
Als Vegetarier kommt auch mal die Lust auf etwas Herzhaftes auf. Vegetarische Fertigprodukte sind schnell zubereitet und vermitteln mit pikanter Würzung einen wunderbaren Fleischersatz. Die Ökotester haben in ihrer aktuellen Studie, vegetarische Fleischersatzprodukte unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse könnte man als ungenießbar bezeichnen.
Die Forscher kauften in Reformhäusern, Bio Läden und herkömmlichen Supermärkten ein.Durch den Einkauf von vegetarischem Gulasch, Döner, Veggie Burger, Schnitzel, Nuggets bis hin zur Weißwurst, wurde ein großer Teil des Fleischersatzprodukte Markts abgedeckt. Die Basis für das pflanzliche Fleisch, sind in der Regel Soja oder Weizen, umgewandelt in Tofu und Eiweißprodukte. Hinzu kommt eine bunte Mischung aus Aromen und/oder Hefeextrakt, Gewürzen und pflanzlichen Fetten.
Der Geschmack der unterschiedlichen Gerichte scheint oftmals recht gut zu sein. Allerdings sind die Inhaltsstoffe, denen die Ökotester auf den Grund gingen, mehr als bedenklich. Die Ökotester stellten in einem Viertel der Produkte derart viele Mängel fest, dass sie vom Verzehr abraten müssen. Die Hälfte wurde mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewertet. Keine wirklichen Traumnoten.
Hier eine Auflistung der schlimmsten Schadstoffe aus den Fleischersatzprodukten:
- 3-MCPD- und Glycidyl-Ester sind Fettschadstoffe, die sich während der Raffinierung von Ölen und Fetten bildet. Experten bestätigen, dass sie vom menschlichen Organismus umgewandelt werden und so zu gutartigen Tumoren und Krebs führen können. Die Industrie wird schon seit geraumer Zeit von renommierten Wissenschaftlern auf die Problematik hingewiesen. Die Werte können durch veränderte Herstellungsprozesse und Zutaten positiv beeinflusst werden.
- Der Weichmacher Diisononylphthalat (DINP) wurde im hohen Masse in einer Packung vegetarische Bio Nuggets nachgewiesen. Normalerweise geht der Stoff aus Kunststoffpackungen in fettreiche Lebensmittel über. In der Packung selbst waren die DINP Werte allerdings zu gering, um in derart hohen Werten in den Nuggets aufzutauchen.
- Diisobutylphthalat (DIBP) ist ebenfalls ein Weichmacher. In einem Bio Bratwurstersatz aus Tofu wurde der gesetzliche Richtwert von einem Milligramm pro Kilogramm deutlich überschritten.
- In dem gleichen Bio Bratwurstersatz wies das Labor den Pestizidwirkstoff Endosulfan nach. Das Produkt besteht zu 61 Prozent aus Soja, welches die Quelle der schlechten Werte zu sein scheint. Der Richtwert von 0,01 mg, pro kg wurde weit überschritten.
- In einigen Produkten fanden die Forscher die gentechnisch veränderte Soja Sorte Roundup-Ready.
- Hefeextrakte und natürliche Aromen, dahinter verbergen sich Geschmacksverstärker. Die natürlichen Aromen halten leider nicht, was sie versprechen, da sie synthetisch hergestellt werden. Die oftmals minderwertige Produktqualität, wird gekonnt mit einem starken Geschmack versteckt.
Wer sich fleischfrei, gesund und nachhaltig ernähren möchte, sollte die Finger von Fertigprodukten lassen. Denn ob Bio oder nicht, die Ergebnisse sind absolut unbefriedigend. Im Glauben seinem Körper etwas Gutes zu tun, fällt der Käufer doch nur auf ein Werbeversprechen rein. Ein leckeres Gericht, mit frischem Gemüse, den passenden Kohlehydraten und frei von Brühwürfel und Co lässt sich ganz einfach zaubern. Ein wenig Phantasie, ein wenig Rezeptrecherche und die passenden Gewürze in Bio Qualität und einer leckeren Mahlzeit steht nichts im Weg.
Den kompletten Ökotest Bericht gibt es hier.







