
Auch bei Tierschutzorganisationen gibt es schwarze Schafe. Der deutsche Tierschutzbund warnt aktuell vor dem Rottenburger Unternehmen „Futter für Tiere in Not“. Die Organisation wirbt um Futterpaten für Tierheime und Tierschutzvereine. Allerdings kommen die gespendeten Gelder nur teilweise bei den bedürftigen Stellen an. Laut Berechnungen des Deutschen Tierschutzbundes bleibt ca. die Hälfte der Spendeneinzahlungen beim Unternehmen hängen.
Besorgniserregend sind die angewendeten Methoden um an neue Tierschutzpaten zu kommen. Potenzielle Kunden werden ähnlich wie bei Drückerkolonnen direkt an der Haustür rekrutiert. Wer nun denkt die Zahlungen an „Futter für Tiere in Not“ liessen sich als Spende von der Steuererklärung absetzen, unterliegt leider einem Irrtum, berichtet Herbert Lawo Vorsitzender des Landestierschutzverbandes.
Kunden die sich auf eine Patenschaft mit dem Unternehmen einlassen gehen eine vertragliche Verbindlichkeit ein. In einem Zeitraum von 12 Monaten werden Beiträge in Höhe von sieben bis 56 Euro monatlich fällig.
Dem System angeschlossene Tierheime und Organisationen können bei Bedarf Futterbestellungen bei „Futter für Tiere in Not“ einreichen. Das Tierheim Ludwigsburg bemängelt, dass Futterlieferungen ohne Vorwarnungen nicht ausgeliefert wurden oder nur ein Drittel der bestellten Menge ankamen. Als Erklärung wurde von „Futter für Tiere in Not“ angegeben, dass es zu wenige Futterpaten für die Region habe. Recherchen ergaben allerdings, dass für die Region ca. 1700 Paten für das Ludwigsburger Tierheim zur Verfügung standen. Gemäß den Angaben der Tierpaten Vermittler würden 1200 Paten für den Futterbedarf des Tierheims ausreichen.
Verwunderlich ist des Weiteren die enorme Preisdifferenz, die von „Futter für Tiere in Not“ berechnet wird im Vergleich zu den Handelspreisen. Für 15kg Hundefutter zieht die Organisation 90 Euro vom Futterkonto des Tierheims ab. Wobei das Tierheim zu diesem Preis die gleiche Qualität, ca. 4 Säcke Futter a 15 kg, im Handel erhalten könnte.
Wer seinem örtlichen Tierheim helfen möchte, kann dies auch auf direktem Wege tun. Die Betriebe sind für Spenden, in Form von Sachartikeln, Futter oder Geldern immer dankbar. Vor allem ist der Spender in der Lage vor Ort sicher zu stellen, dass die Spenden dort ankommen wo sie hingehören.







